Entwicklung nach Abfallgruppen und Lieferart
Auch im Berichtsjahr 2001 verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich, was die einzelnen Abfallgruppen und die Lieferart betrifft. Die Menge an Hauskehricht verringerte sich leicht, nämlich um 110.3 Tonnen oder 0.6% - blieb also praktisch gleich wie im Vorjahr; dagegen war bei den Privatanlieferungen (Industrie- und Gewerbeabfälle) erneut ein stärkeres Wachstum von 1'869.7 Tonnen oder 20.1% zu verzeichnen; darin sind allerdings 1'609 Tonnen aus dem Unterwallis enthalten (Betriebsunterbruch der SATOM) sowie ordentlicher Hauskehricht der Region Zermatt und der Gemeinde Betten-Bettmeralp (rund 550 Tonnen). Zunahmen sind ebenso bei den beiden übrigen Abfallgruppen zu verzeichnen. Der Anteil der Schlämme erhöhte sich um 38.3 Tonnen oder 10.2%, derjenige der Geheimakten um 4.08 Tonnen oder 24.8%. Beide Abfallgruppen machen jedoch zusammen nur 1.5% der Abfallmenge aus; der Anteil des Hauskehrichts liegt bei 59.8%, derjenige der Privatanlieferungen bei 38.6% der Gesamtmenge.Entwicklung nach Monaten
Diese Jahresbilanz nach Monaten aufgeschlüsselt, ergibt vor allem beim Hauskehricht die üblichen Schwankungen zwischen einzelnen Monaten mit Zu- und Abnahmen, je nach Saisonverlauf in Tourismus und Baubranche. Im Unterschied zum Vorjahr ist allerdings die Tendenz der ersten Jahreshälfte eindeutig abnehmend (minus 2%), wobei sie sich in der zweiten Jahreshälfte recht stark verflacht. Die höchsten Zuwachsraten fallen in den Monaten Januar (plus 9.9%) und Juli (plus 7.9%) an sowie im April (plus 3.7%) und Oktober (plus 3.2%), während die Monate Februar, Mai und Juni (minus 7.5 bis 6%) sowie März und September (minus 4.1 bzw. 4.7%) am stärksten rückläufig sind; in den übrigen Monaten ist die Kehrichtmenge sehr konstant.Bei den Privatanlieferungen ergibt sich dagegen ein völlig anderer Entwicklungsverlauf mit steigender Tendenz während der meisten Monate. Konstant ist die Abfallmenge einzig im Februar und rückläufig erst gegen Jahresende, nämlich in den letzten drei Monaten mit Abnahmen zwischen 10 und 40 Prozent. Überdurchschnittliche Zunahmen erfolgen in den Monaten Januar, Juni und Juli mit Zuwachsraten zwischen 130 und 177 Prozent, dazwischen liegen Monate mit Wachstumsraten zwischen 3 und 30 Prozent.
Erneute Zunahme der Privatanlieferungen
Der Wachstumstrend bei den Privatanlieferungen (Mulden von Transporteuren und Bauunternehmen, Anlieferungen von Gewerbebetrieben und Privaten) hat sich im Berichtsjahr weiter fortgesetzt, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt wie im Vorjahr. Wie bereits erwähnt, ist aber darin auch ein ausserordentlicher Anteil von Abfällen aus dem Unterwallis enthalten (1609 Tonnen), die aufgrund eines Betriebsunterbruchs bei der SATOM übernommen wurden, sowie der Siedlungsabfall der Region Zermatt und der Gemeinde Betten-Bettmeralp, in der Grössenordnung von etwa 550 Tonnen. Ohne die Lieferungen aus dem Unterwallis liegt die Zunahme lediglich bei 260 Tonnen.Hauptproblem bei den privat angelieferten Abfällen ist nach wie vor die ungenügende Sortierung, indem allzu oft nicht-brennbare Stoffe, Sonderabfälle oder Wertstoffe in die Verbrennung gelangen. Ausserdem wird der Schredder öfters mit Festmaterialen (Metalle, Betonelemente usw.) beschickt, was Schäden an der Anlage zur Folge hat. Die Abfallberatung hat zu dem Problem eine Informationskampagne lanciert und sämtliche Lieferanten zur besseren Abfallsortierung aufgefordert. Seither werden stichprobenartig Erfolgskontrollen durchgeführt, eindeutige Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor.
Leichte Abnhame beim Hauskehricht
Die Jahresbilanz beim Hauskehricht fällt erfreulich aus, weil die Gesamtmenge, trotz Wirtschaftswachstum und einer ingesamt besseren touristischen Belegung gegenüber dem Vorjahr, leicht reduziert werden konnte. Eine gewisse Rolle spielen dabei sicher auch die verschärften Kontrollen im Verbundsgebiet der Gemeinden mit Kehrichtsackgebühr, die auch dazu beigetragen haben, dass Abfälle an der Quelle besser sortiert werden und der Anteil des Verbrennungsabfalls etwas verringert wird.Wie aktuelle Untersuchungen über die Abfallzusammensetzung in anderen Kantonen zeigen (bei 33 Gemeinden) ist jedoch der Anteil an Wertstoffen im Verbrennungsabfall immer noch recht hoch: 16% der Abfälle bestehen nämlich aus Papier und sogar 27.4% aus kompostierbaren Abfällen, das sind über 40% Wertstoffe, die nicht verbrannt, sondern der Wiederverwertung zugeführt werden müssten, oder anders gesagt: 40% des Verbrennungsabfall könnten - bei besserer Sortierung - locker vermieden werden. Die Anstrengungen zur Vermeidung, Verminderung und Trennung an der Quelle müssen deshalb fortgesetzt werden. Dies ist und bleibt das erklärte Ziel der Oberwalliser Abfallbewirtschaftung, weil trotz der sehr guten technischen Ausstattung der Verbrennungsanlage in Gamsen eine gewisse Umweltbelastung bleibt.
Wir möchten abschliessend all jenen danken, die sich auch im vergangenen Jahr, sei es als Einzelperson, Gruppe oder Gemeinde, für die Ziele einer umweltgerechten Abfallentsorgung eingesetzt haben und sie dazu ermutigen, ihre Anstrengungen auch im Jahr 2002 fortzusetzen.
Brig, 04.03.2002
Abfallberatung Oberwallis
