Entwicklung nach Abfallgruppen
Nach den einzelnen Abfallgruppen betrachtet, verlief die Entwicklung im Berichstjahr sehr unterschiedlich. Die Menge Hauskehricht erhöhte sich nur minimal, nämlich um 87.08 Tonnen oder 0.5%, blieb also praktisch gleich wie im Vorjahr; dagegen verzeichneten die Privatanlieferungen (Industrie- und Gewerbeabfälle) ein überdurchschnittlich starkes Wachstum von 2'726.5 Tonnen oder 41.5%; ein Teil davon sind allerdings ausserordentliche Abfälle, die aus den Unwetterschäden vom Oktober 2000 stammen, auch der ordentliche Hauskehricht der Gemeinde Betten-Bettmeralp ist darin enthalten. Zunahmen sind ebenso bei den beiden übrigen Abfallgruppen zu verzeichnen. Der Anteil der Schlämme erhöhte sich um 40.6 Tonnen oder 12.2%, derjenige der Geheimakten um 2.7 Tonnen oder 16.7%. Beide Abfallgruppen machen jedoch zusammen nur 1.5% der Abfallmenge aus; der Anteil des Hauskehrichts liegt bei 64.2%, derjenige der Privatanlieferungen bei 34.3% der Gesamtmenge.Entwicklung nach Monaten
Diese Jahresbilanz nach Monaten aufgeschlüsselt, ergibt vor allem beim Hauskehricht sehr gegenläufige Entwicklungen für die beiden Jahreshälften. In der ersten Jahreshälfte, den Monaten Januar bis Mai ist die Tendenz eindeutig steigend, mit mehr als 10-prozentigen Wachstumszahlen in den Monaten Februar und Mai; rückläufig ist die Kehrichtmenge einzig in den Monaten März und April. In der 2. Jahreshälfte, zwischen Juni und Dezember, kehrt sich diese Tendenz um mit abnehmenden Abfallmengen zwischen 1 und 7 Prozent in allen Monaten; einzige Ausnahme bildet der Monat Oktober mit einer Zunahme von 3.2 Prozent, während der November praktisch genau gleich wie im Vorjahr abschliesst.Bei den Privatanlieferungen ist dagegen der Wachstumstrend ungebrochen, weil er sich über den ganzen Jahresverlauf hinzieht. Weniger Abfälle als im Vorjahr wurden nur in den Monaten April (- 2.4%) und Juni (- 7.4%) angeliefert. In allen übrigen Monaten ist der Abfallanfall steigend, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass, mit ausserordentlichen Spitzenergebnissen in den Monaten Februar (+ 94.9%), Mai (+ 43.8%) sowie Oktober (+ 151.4%) November (+ 143.3%) und Dezember (+ 43.5%). Die Zunahmen in den letzten drei Monaten des Jahres sind durch zusätzliche Abfälle aus den Aufräumarbeiten der Unwetterschäden vom Oktober 2000 verursacht.
Überdurchschnittliche Zunahme der Privatanlieferungen
Die Zahl der Privatanlieferungen (Mulden von Transporteuren und Bauunternehmen, Anlieferungen von Gewerbebetrieben und Privaten) ist in den letzten Jahren, nach einer zwischenzeitlichen Abnahme im Jahre 1997, laufend angestiegen, im Berichtsjahr ist der Anstieg mit über 40% jedoch überdurchschnittlich hoch; die 9'296.4 Tonnen machen inzwischen knapp 35% der Gesamtmenge aus. Wie bereits erwähnt, ist aber darin auch ein ausserordentlicher Anteil von Abfällen aus den Unwetterschäden vom Oktober 2000 enthalten, sowie der Siedlungsabfall (516.9 Tonnen) der Gemeinde Betten-Bettmeralp. Zum Vergleich: im Jahre 1999 lag die Zunahme lediglich bei 3%, 1998 bei 14.1% und 1997 bei – 5.3%.Die kontinuierliche Zunahme privat angelieferter Abfälle lässt darauf schliessen, dass sich Bau- und Tourismuskonjunktur auch im Oberwallis tendenziell gut erholt haben, was aus wirtschaftlicher Sicht äusserst positiv ist.
Stabile Mengen beim Hauskehricht
Die Jahresbilanz beim Hauskehricht fällt dagegen erfreulicher aus, weil die relativ starke Zunahme in der ersten Jahreshälfte durch rückläufige Abfallmengen in Sommer- und Herbstmonaten neutralisiert werden konnte. Per Saldo blieb damit die Abfallmenge praktisch gleich wie im Vorjahr. Dieses Ergebnis ist im Vergleich mit der gesamtschweizerischen Entwicklung mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate von 5% - infolge der Konjunktur- und Konsumbelebung mit allgemein steigenden Abfallmengen – äusserst erfreulich. Allerdings legen die relativ stark abnehmenden Abfallmengen in den Sommermonaten Juli und September auch den Schluss auf eine mässige touristische Auslastung nahe.Aufgrund der guten Konjunkturdaten wird gesamtschweizerisch auch in naher Zukunft mit einem Abfallwachstum von jährlich 3 bis 4% gerechnet. Diese Prognose dürfte auch für das Oberwallis gelten, wenn die Anstrengungen zur Abfallvermeidung und –verwertung nicht intensiviert werden. Vor allem durch eine sorgfältige Trennung an der Quelle kann immer noch viel Verbrennungsabfall vermieden werden und die vielfältigen Möglichkeiten der Abfallvermeidung sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Dass möglichst wenig Verbrennungsabfall anfällt, ist und bleibt erklärtes Ziel der Oberwalliser Abfallbewirtschaftung, weil trotz High-Tech-Ausstattung der Verbrennungsanlage in Gamsen eine gewisse Umweltbelastung bleibt.
Wir möchten abschliessend all jenen danken, die sich auch im vergangenen Jahr, sei es als Einzelperson, Gruppe oder Gemeinde, für die Ziele einer umweltgerechten Abfallentsorgung eingesetzt haben und sie dazu ermutigen, ihre Anstrengungen auch im Jahr 2001 fortzusetzen.
Brig, 19.01.2001
Abfallberatung Oberwallis
